Schütze, Schuß und Schutz

Lärm am Entstehungsort eindämmen!

Schalldämpfer zur Jagd zulassen! 

Aktiver und passiver Lärmschutz sind bei Jagd und Schießsport ein unbedingtes Muß. Aus ärztlicher Sicht befaßt sich Dr. med. Justus Senska (HNO-Arzt in Hagen / Westf.) mit diesem wichtigen Problem. Ein Schuß kann töten oder verletzen. Er kann aber auch krank machen ohne körperlich sichtbare Verletzung, z.B. wenn er durch Lärm, den er verursacht, die Ohren so sehr belastet, daß sie für kürzere oder längere Zeit, oft sogar auf Dauer geschädigt werden. Um eben diese möglichen Lärmschädigungen soll es im wesentlichen gehen.

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Lärm kann schädigen. Das ist jedem bekannt. Denken wir nur an die berufliche Lärmschwerhörigkeit, welche immerhin über 30% der Berufskrankheiten ausmacht. Doch nicht nur Lärmarbeiter, auch Jäger und Schützen gehören zu dieser Risikogruppe. So müßte es nur allzu verständlich sein, daß sich jeder Schütze eingehend mit diesem Phänomen beschäftigt. Hier scheinen jedoch erhebliche Defizite zu bestehen, besonders die Schutzmaßnahmen sind nicht immer ausreichend bekannt und werden daher nur unzureichend angewandt. Um diese Zusammenhänge zu verstehen, sind einige grundlegende Erklärungen über Bau und Funktion des Ohres notwendig.

Ohrenschutz

Von der Muschel zur Schnecke

Üblicherweise wird alles, was "innen" liegt, als Innenohr angesehen. Der Mediziner unterteilt das Ohr jedoch in äußeres Ohr, Mittelohr und Innenohr. In jedem dieser Bereiche kann eine Schädigung erfolgen. Das äußere Ohr endet am Trommelfell. Danach folgt das luftgefüllte Mittelohr mit den Gehörknöchelchen und erst danach (schon weit im Schädel) das flüssigkeitsgefüllte Innenohr. Der Schall trifft über den Gehörgang auf das Trommelfell. Dieses wird in Schwingungen versetzt und leitet den Schall über die Gehörknöchelchen weiter. Das letzte der drei Knöchelchen, der Steigbügel, sitzt in einem Knochenfenster zum Innenohr und bringt die dahinterliegende Flüssigkeit in wellenförmige Bewegung. Diese Wellen gelangen in das eigentliche Gehörorgan, die Schnecke. In dieser Schnecke befinden sich die Sinneszellen, die sogenannten Haarzellen, welche durch die Flüssigkeitswelle gereizt werden. Dieser Reiz löst einen Nervenimpuls aus, der dann zum Gehirn geleitet wird. Soweit genug zur Erklärung der Entwicklung eines "Höreindruckes". Verstärker und Empfänger Wenn man sich diesen Vorgang der Schallübertragung und Reizentwicklung über die verschiedenen Medien vorstellt, kann man auch eher die Bedeutung der einzelnen Ohrabschnitte und deren mögliche Schädigung verstehen. Das Trommelfell mit dem an-schließenden Mittelohr könnte man als "Verstärker", das Innenohr als "Empfänger" bezeichnen. Je nach Sitz der Schädigung und der daraus resultierenden Schwerhörigkeit spricht man in der Medizin auch von Schalleitungs- oder Schallempfindungsschwerhörigkeit. Schädigungen Das Ohr kann auf mechanische (Verletzungen), akustische (Lärmschäden) oder auf eine kombinierte Art (Explosionen) geschädigt werden. Die meisten mechanischen Verletzungen betreffen den Gehörgang und das Mittelohr (Ausnahme: schwere Schädelverletzungen). Bei Explosionen kann es zu einer Mittelohr- (Trommelfellzerreißung) oder Innenohrschädigung kommen. Akustische Schäden betreffen immer das Innenohr, also die Haarzellen. Hier soll besonders auf die spezifischen Schädigungen des Innenohres durch Lärm eingegangen werden.

Der Tod der Haarzellen

Die Haarzellen, also die wichtigsten Impulsgeber in der Schnecke, können durch Schall und Lärm geschädigt werden. Das Ausmaß der Schädigung ist abhängig von der Schallintensität und der Schalldauer. Der Schalldruck wird in Dezibel (dB) gemessen. Dieses sind logarithmische Einheiten, d.h. eine Erhöhung des Pegels um 10 dB bedeutet eine Verdoppelung der Lautstärke. Jedoch bedeutet bereits eine Zunahme des Pegels um 3dB eine Verdoppelung der Gehörgefährdung. Der wichtige Zusammenhang zwischen Schalldauer und Schallintensität wird an folgendem Beispiel klar: Ein Schalldruckpegel von 95 dB über 1 Stunde / Tag ist genauso gefährlich wie ein Pegel von 85 dB über 8 Stunden / Tag. Werden nun die Hörzellen nur kurzzeitig überlastet, reagieren sie mit Taubheit, können sich aber in Ruhepausen wieder erholen. Wenn die Erholungszeiten fehlen oder wenn die Lautstärkenbelastung zu groß wird, entstehen irreparable Schäden. Ein typisches Beispiel ist das Knalltrauma. Schwerhörigkeit oder chronisches Ohrenpfeifen (Tinnitus) sind die Folge.

Qualität des Schießlärms

Um eine Vorstellung über die Lärmbelastung beim Schießen zu bekommen, seien hier einige Werte genannt: Arbeitsplätze mit einem Beurteilungspegel über 90 dB gelten als Lärmbereiche. Bereits ab 85 dB Arbeitslärm muß der Arbeitgeber Gehörschützer bereitstellen! Flugzeuge erzeugen einen Schalldruckpegel von 120-140 dB. Beim Schießen entstehen je nach Waffe und Kaliber Lärmpegel von ca. 130-170 dB in unmittelbarer Nähe der Mündung. Damit muß jedem klar sein, daß ein solch hoher Impulslärm unweigerlich zu einem Knalltrauma führen muß, wenn kein entsprechender Schutz getragen wird. Bei geschlossenen oder umschlossenen Schießanlagen sollte unbedingt eine wirkungsvolle Reflexionsminderung an den Wänden schon in die Planung mit einbezogen werden. Beim Schuß im freien Gelände können sich die Druckwellen mehr oder weniger ungehindert ausbreiten. Es kommt daher darauf an, wie hoch der Lärmpegel am Meßort ist und um wieviel er abgenommen hat. Die Lärmabnahme oder Dämpfung ist in der Luft nicht besonders gut.

Knalltrauma

Beim Knalltrauma wird also das Innenohr resp. die Haarzellen geschädigt und die Hörfähigkeit ist schlagartig stark verschlechtert. Es kann zu Erholungen kommen, doch verbleibt häufig eine Schwerhörigkeit für die hohen Frequenzen. Vieles spricht dafür, daß ein Ohr nach einem Knalltrauma anfälliger bleibt und mit zunehmendem Alter schneller an Leistungsfähigkeit verliert. Wichtig ist zu erkennen, daß vollends geschädigte Hörzellen nicht neu gebildet werden. Es gilt das Prinzip: einmal tot, immer tot! Klingeln und Pfeifen Eine weitere Schädigungsfolge kann ein kurzzeitiges oder aber auch bleibendes Ohrgeräusch (Tinnitus) sein. Der mögliche Leidensdruck auf den Menschen durch diese Ohrgeräusche ist durch Berichte in den Medien in das Bewußtsein der Menschen gelangt. Nach der deutschen Tinnitus-Liga gibt es in der Bundesrepublik Deutschland etwa sechs Millionen "Tinnitusleidende". Ein Drittel der Fälle läßt sich auf Lärmschwerhörigkeit oder Knalltrauma zurückführen.

Wirksamer Gehörschutz tut Not

Als Gehörschützer kommen verschiedene Systeme in Frage, zum einen Gehörschutzstöpsel und zum anderen Kapselgehörschützer. Alle Gehörschützer, die im Gehörgang oder in der Ohrmuschel getragen werden, sind Gehörschutzstöpsel.

Der beste Gehörschützer ist der, der regelmäßig und während des gesamten Aufenthalts im Lärmbereich getragen wird. Für die Entscheidung Gehörschutzstöpsel oder Kapselgehörschützer spielt die Schalldämmung keine Rolle. Damit können wir an dieser Stelle einmal mit dem Vorurteil aufräumen, welches dem Kapselgehörschutz eine hohe Schalldämmung zuspricht, den Gehörschutzstöpseln jedoch nur einen geringeren Dämpfungswert einräumt. Dem ist nicht so! Die richtige Auswahl des Gehörschützers nach der Schalldämmung kann nur mit der Kenntnis des zu dämpfenden Lärms erfolgen. Dazu gehört neben der Höhe des Beurteilungspegels auch die Geräuschklasse, d.h. ob es sich um tieffrequente oder um mittel- bis hochfrequente Geräusche handelt. Für Jäger und Sportschützen wird ausschlaggebend sein, ob er nur kurzzeitig oder über viele Stunden einen Gehörschutz tragen muß. Auch individuelle Vorzüge oder Kosten werden eine Rolle spielen. Wichtig ist in jedem Falle die absolute Dichtigkeit, also Sorgfalt beim Einsetzen und Tragen. Aber auch hier gilt der Grundsatz, lieber gleich mit dem wirksamsten Schutz beginnen, als irreversible Schäden leichtfertig herbeiführen. Gerade angehende Sportschützen und Jungjäger sparen oftmals am falschen Ende oder werden durch manche Ausbilder nur unzureichend aufgeklärt. Aber damit dürfte nach der Lektüre dieses Beitrages Schluß sein. In Bezug auf Komfort und Effektivität sind heute Produkte auf dem Markt, die praktisch keine Wünsche mehr offenlassen. Genannt werden müssen auf jeden Fall die modernen elektronisch gesteuerten Kapseln. Sie schalten den gehörgefährdenden Schießlärm aus, ermöglichen aber Gespräche oder die Wahrnehmung von Kommandos. Ein weitere sehr beachtenswerte und in Schützenkreisen noch nicht so bekannte Neuerung sind die sogenannten Gehörgangsoptoplaste. Hiermit wird ein individueller, optimaler Gehörschutzstöpsel angeboten. Dieser besteht aus einem Ohrpaßstück mit eingebauten Filtern. Voraussetzung für eine sehr gute Paßform und eine optimale akustische Abdichtung ist die individuelle Abdrucknahme. Patentierte Filter garantieren für jeden Lärmbereich die gewünschte Dämmung. Ein Belüftungskanal sorgt für Druckausgleich und ermöglicht die Verständigung untereinander, Telefonieren und das Hören von Warnsignalen. Ein Hersteller solcher, in der Industrie bereits lange erfolgreich eingesetzter Gehörschützer, ist die Fa. Intersafe Deutschland GmbH 70567 Stuttgart. Für den privaten Kunden ist eine Zusammenarbeit mit der Fa. Köttgen Hörakustik, die in vielen Städten zuhause ist, eingerichtet. Diese umfassende Information möge Schützen und Jäger "lärmbewußter" machen, damit sie auch morgen noch gesund und mit Freude ihrer Passion nachgehen können. JS

 

  • Es sind drei Arten zu unterscheiden:
  • fertiggeformte Gehörschutzstöpsel
  • vor Gebrauch zu formende Gehörschutzstöpsel
  • Gehörschutzoptoplastiken
Geformter Schutz

Vorteile:

  • geringes Gewicht;
  • Brillen und Helme können problemlos getragen werden; Unauffälligkeit beim Tragen;
  • keine Abdeckung der Ohrmuschel, daher weniger lästiges Schwitzen;

Nachteile:

  • hohe Anforderung an die hygienische Anwendung;
  • Hervorrufen oder Verschlimmerung von Gehörgangserkrankungen

Alle Gehörschützer mit Kapseln, die beide Ohrmuscheln umschließen, werden Kapselgehörschützer genannt.

Vorteile:

  • kein Fremdkörper im Gehörgang;
  • schnelles und sicheres absetzen;
  • leichte Erkennung, ob Gehörschutz getragen wird;
  • individuelle Anpassung ist nicht notwendig.

Nachteile:

  • bei Belastung oft starkes Schwitzen;
  • oft Kopfschmerzen nach mehrstündigem Tragen;
  • Hygieneprobleme am Dichtungskissen;
  • Brillenbügel, Bärte oder lange Haare verringern die Dichtigkeit und damit die Schalldämmung.

Fazit Bei der Auswahl geeigneter Gehörschützer müssen deshalb im Vordergrund stehen:

  • ausreichende Schalldämmung;
  • Tragekomfort;
  • Hygiene;
  • Verträglichkeit.

Technische Betrachtung

Schalldämpfer zur Jagd zulassen! 

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Einige physikalisch - technische Ausführungen vom Institut für Ballistik und Schießtechnik runden dieses Thema ab.

Es ist nicht einzusehen, daß auf Schießstätten aufwendiger Schallschutz betrieben wird und Gehörschutz vorgeschrieben ist, aber auf der Jagd bleiben Jäger und Jagdhunde ungeschützt. Ein Umdenken ist notwendig.

 
Die Schießgeräuschemissionen sind oft Gegenstand von streitigen Auseinandersetzungen zwischen Schießstandbetreibern und Anwohnern oder auch von anderen liebenswerten Mitbürgern, deren Motivation nicht näher untersucht werden soll. Sportschützen und Jäger kommen aber nicht umhin, sich diesem Problem zu stellen und nach Lösungen zu suchen, die allen Beteiligten gerecht werden. In diesem Sinne wurde schon auf die Richtlinie VDI 3745 Blatt 1 (Beurteilung von Schießgeräuschimmissionen) in der Printausgabe des vom Autor geschaffenen  "TIRO JOURNAL" 2/93 hingewiesen. Nach der Richtline der EU  EG 10/2003 ist es seit dem 15.02.2009 zwingend, daß Lärmquellen über 140 dB technisch am Entstehungsort zu mindern. Damit dürfte die Diskussion über Schalldämpfer eine neue Dimension im Gesundheits- und Tierschutz erlangen. Aus die Funktionäre der Jägerschaft und der Sportschützen werden umdenken müssen. Zwar ist beispielsweise die Jagd mit Schalldämpfern nach dem Bundesjagdgesetz nicht verboten, jedoch einige Länder haben das Schalldämpferverbot in ihren Landesjagdgesetzen. Einige Länder überdenken gerade dieses Verbot aufzuheben. Außenwirkungen hinsichtlich der Lärmentwicklung sind zwei Phänomene zu unterscheiden. Zum einen der Mündungsknall und zum anderen der Geschoßknall. Der Geschoßknall tritt immer dann auf, wenn ein Projektil sich mit Überschallgeschwindigkeit bewegt, und zwar als Begleiter des Projektils. Das heißt, ein entfernter Beobachter, natürlich in sicherer Deckung, nimmt bei vorüberfliegendem Geschoß ein peitschenknallartiges Geräusch wahr. Sobald das Geschoß die Schallgeschwindigkeit wieder unterschreitet, gibt es auch keinen Geschoßknall mehr. Bei Büchsenpatronen und auch bei vielen Kurzwaffenpatronen verbleibt auf Schießständen das Projektil während seiner gesamten Flugstrecke, also von der Mündung bis zum Geschoßfang, im Überschallbereich. Der Mündungsknall entsteht durch Dekompression des im Gewehrlauf befindlichen Gasdrucks eben an der Mündung. Über den persönlichen Schallschutz hinaus, wie er oben ausführlich behandelt wurde, gibt es noch weitere Möglichkeiten die Schießgeräusche abzuschwächen. Dabei unterscheidet man drei grundsätzliche Möglichkeiten der Lärmminderung:

Schutzmaßnahmen

1. munitionstechnischer Art

2. waffentechnischer Art

3. bautechnischer Art.

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1. Munitionstechnisch

Unterschallpatronen entwickeln keinen Geschoßknall, weil sie unterhalb der Schallgeschwindigkeit bleiben. Sie bleiben unterhalb der Schallgeschwindigkeit, weil der an-treibende Gasdruck geringer ist als bei sonst gleicher Patrone mit Überschallgeschwindigkeit. Weil der Gasdruck geringer ist, ist aber auch der Mündungsknall geringer. Es kommt also wesentlich auf das Gasdruckprofil an. Bei vielen beliebten Kurzwaffenpatronen (.z.B. .32 S&W, .38 Spl.,  .45 ACP, .45AR, .45LC) liegt die Geschoßgeschwindigkeit ohnehin im Unterschallbereich, wodurch deren Schalldruckpegel von vorne herein geringer ist und was eine Schalldämpfung begünstigt. Bei Büchsen und Kurzwaffen können durch Erhöhung der Geschoßmasse Leistungsverluste ausgeglichen werden. Es gibt eine ganze Reihe von Büchsenpatronen, die ohne nennenswerte Energieeinbuße auf Unterschall laboriert werden können. Jedoch sind infolge der verminderten Geschoßgeschwindigkeit größere Flugbahnkrümmungen und kürzere GEE in Kauf zu nehmen. Auf die Problematik der Unterschallschrotpatronen wird das JAGD JOURNAL  (JJ 2003-1) noch gesondert eingehen.

2.Waffenseitig

Magnaport ist in den siebziger Jahren aus den Staaten zu uns gekommen. Magnaports sind schlitzartige Entlastungsbohrungen im Mündungsbereich. Hauptsächlich soll hierdurch die Waffenbewegung günstig durch Umleitung eines Teils der Treibladungsgase beeinflußt werden. Da sich aber hierdurch schon Druck abbaut, ist die Dekompression an der Mündung geringer. Ähnlich verhält es sich mit anderen runden oder elliptischen Entastungsbohrungen oder mit Mündungsbremsen und Mündungsfeuerdämpfern. Dadurch daß die Schallausbreitung nicht durch eine Kugelwelle erfolgt, sondern in viele kleinere Bereiche aufgeteilt wird, entstehen auch viele Erregungsquellen, die interferieren und sich somit selbst etwas schwächen. Schalldämpfer filtern den Mündungsknall durch ein gestuftes Dekompressionssystem je nach Patrone bis auf nicht mehr wahrnehmbar herunter. Den Geschoßknall können sie nicht wegfiltern. Schalldämpfer gehören nicht zu dem verbotenen Gegenständen, sondern unterliegen der Erlaubnispflicht. Ein Schalldämpfer wird also genau wie z.B. eine Kurzwaffe beantragt, wobei ein entsprechendes Bedürfnis nachzuweisen ist. Auf dem Gebiet der mechanischen Schalldämpfung an der Waffe ist sicherlich noch nicht alles entwickelt, was möglich ist. Wurden Schalldämpfer ursprünglich aus taktischen Erwägungen oder für bestimmte (teils auch kriminelle) Aktivitäten verwendet, so gewinnt die Schalldämpfung mittels Schalldämpfer oder Schallabsorber unter dem Lärmschutzaspekt eine ganz andere Dimension, die noch ein reichhaltiges Betätigungsfeld für Konstrukteure bietet.

3. Bauliche Maßnahmen

Geschlossene Schießanlagen lassen kaum Schießlärm in die Umwelt dringen. Doch beschränken sich geschlossene Schießanlagen derzeit noch im wesentlichen auf Büchsen- oder Kurzwaffenanlagen. Nachteil dieser Anlagen ist die kostspielige Ausrüstung mit einer Belüftungsanlage. Aber nicht überall können die Schießanlagen in geschlossene umgebaut werden. Dann ist nach anderen Möglichkeiten zu suchen: Schon bei den internen Lärmdämpfungsmaßnahmen und bei der Blendengestaltung ist darauf zu achten, daß der Schallgeschwächt und günstig geleitet wird. Zwischen den Blenden und /oder über den Schützenständen hat sich eine Dämpfende Bedachung oder ein Kassettendachsystem bewährt. An dieser Stelle können keine Patentlösungen angeboten werden. Denn bevor über bauliche Maßnahmen entschieden wird, haben eingehende Analysen und Beratungen vorauszugehen. Aber die grundsätzlichen Möglichkeiten sollen hier kurz angesprochen werden

   

Einige Einzelwerte versch. Quellen:

Kaliber Schalldruckpegel (dB (AI))
12/70 28g 114,7
12/70 34g 114,7
12/70 36g 115,1
9 mm Luger 120,0
8 x 68 S 127,0
.357 MAG 125,0
.38 SPL WC 115,0

Immissionswerte einzelner Kaliber (Meßstelle 10 m seitlich der Mündung)

Verschiedene Schalldruckpegel nach Dr. W. Clark, St. Louis, USA

Kaliber Schalldruckpegel (dB (AI))
.410 150,0
20 152,5
12 156,1
.308 156,2
.357 MAG 164,3

Abschließend erwähnen möchte ich noch den amerikanischen Audiologisten Garry G. Gordon, den ich 1994 auf der IWA in Nürnberg kennengelernt habe. Er hat seine Optoplaste, teils mit eingebauten Hörgeräten, schon Stars wie Tom Sellek (Magnum), Ex Skeetweltmeister Robert Stack (Elliot Ness) oder Charlton Heston verpaßt.

Schalldämpfer zur Jagd  und zum Schießsport  ohne Einschränkung zulassen! 

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